Kuba – Was man alles beachten muss und wie man sich zurecht findet


Jetzt haben wir den Salat: meine Weltreise hat begonnen! Und ich lieeebe diesen Salat.

 

Ich habe das Glück, dass ich sie nicht alleine starten „muss“. Meine Freundin Natalja hatte eine ähnliche Idee und wird mich für den Anfang begleiten, bis sich unsere Wege irgendwann wieder trennen.

Auf die Plätze, fertig, looooooos!

Erster Stop: Kuba. Das Land der Zigarren. Das Land von Fidel Castro und Che Guevara. Das Land der unbegrenzt begrenzten Möglichkeiten.

Für Kuba braucht man als deutscher Weltenbummler zwar kein Visum, aber eine Touristenkarte, die man für 25 Euro am Flughafen beim Servicepoint der Airline bekommt. Damit darf man sich 30 Tage lang im Land aufhalten.

 

Bevor es in die weite Welt ging, habe ich auf www.skyscanner.de einen super Deal bei Eurowings gemacht. Ein One-Way-Ticket von Köln nach Kuba für 160 Euro. Unschlagbar günstig, aber auch ohne jeglichen gewohnten Luxus: Wenn du den Basis Tarif nimmst, ist wirklich NICHTS mit dabei! Du musst das Gepäck extra bezahlen, das Essen und die Getränke (wobei man auf einem 10 Stunden Flug wie von Köln nach Kuba eine 0,5l Flasche Wasser bekommt, die alle 3 Stunden von einer fürsorglichen Flugbegleitung wieder aufgefüllt wird. Es gibt weder Kissen, noch Decken und selbst für das Entertainment System muss man 10 Euro zahlen. Aber selbst wenn man all die liebgewonnenen Luxusgüter einzeln bucht und extra zahlt, kommt man günstiger weg als bei vielen anderen Airlines. Also, es lohnt sich.

  

Jedes Land hat seine Eigenarten und für Kuba gilt: Fülle auf dem Flug einen verbindlichen Zollschein aus, in dem aufgelistet wird, was man so alles an Wertsachen mit sich führt und wie wertvoll diese Wertsachen sind. Man darf nur Geldbeträge im Wert von 5000 US Dollar und Sachwerte in Höhe von 1000 US Dollar offiziell einführen. Mein Equipment ist etwas drüber, also habe ich ein klein wenig geschummelt.

Yaaaaay!!!! Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich!
Yaaaaay!!!! Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für mich!

In Kuba gelandet und was jetzt?


Im Vorfeld wird man ein bisschen irre gemacht mit Anforderungen wie: Du darfst in Kuba nur einreisen, wenn du eine offizielle Unterkunft nachweisen kannst. Oder: Du kannst nur einreisen, wenn du einen Rück- oder Weiterflug vorweisen kannst. Oder: Du kannst nur einreisen, wenn du Europäer bist. Na gut, zugegeben, das letzte stimmt nicht mehr, die anderen Forderungen hingegen schon. Also habe ich mich über die Möglichkeiten eines Kubareisenden mal schlau gemacht:

 

Wenn du keinen Weiterflug buchen möchtest, um flexibel und spontan zu entscheiden, was du mit deiner Zeit auf Kuba anstellen willst, empfehle ich dir die Seite www.flyonward.com oder http://bestonwardticket.com. Das sind Seiten, die dir für etwa 10 US Dollar ein Ticket für 24 Stunden buchen und es danach wieder stornieren. So besitzt du zum Zeitpunkt der Landung ein Ticket, welches du vorweisen kannst, wenn dich jemand danach fragen sollte. Für eine Unterkunft reicht es wohl den Namen und die Adresse irgendeines Hotels zu nennen.

Kleiner Hinweis: solltest du das System innerhalb von Kuba nutzen wollen, sei gewarnt, die Website Paypal ist in Kuba nicht erreichbar!!

Kuba: Viel Lärm um Nichts


Zu meiner großen Überraschung war am Flughafen in Havanna aber alles ganz easy. Niemanden hat es interessiert, wo wir wohnen und wann und wohin wir weiterfliegen; geschweige denn ob überhaupt.

 

Das Gepäckband war dafür verwirrend. Die Kubaner schmeißen die Koffer wohl dahin, wo sie gerade stehen, wahrscheinlich um sich bei der Hitze nicht zu überanstrengen. Zum Glück gab es nur 2 Gepäckbänder mit verkehrter und falscher Beschriftung und so haben wir unsere Rucksäcke nach ca. 30 Minuten wieder gefunden. Der Zollschein, der mich 2 Stunden genauer Auflistung gekostet hat, wurde beim Ausgang ohne große Überprüfung abgenommen. Entweder ist es den Kubanern egal, wer da so einreist oder sie vertrauen mir…. Ich glaube, sie vertrauen mir.

Wie finde ich mich auf Kuba zurecht?


Eigentlich wollte ich mir direkt einen Cuba Libre und dann eine kubanische SIM Karte besorgen, allerdings ist das hier nicht so einfach, denn Touristen dürfen offiziell keine kaufen….. Also keine SIM-Karte; den Cuba Libre hab ich problemlos bekommen. Nachdem das mit dem Alkohol so gut geklappt hat, wollte ich auch für die SIM-Karte einen Einheimischen bitten, mir eine Karte zu beschaffen. Dieser sagte mir, dass sich das nicht lohnen würde, da es auf Kuba kaum Internet gibt. In den Städten gibt es oft an Hotels, öffentlichen Plätzen und Privathäusern WiFi-Hotspots, die man nutzen kann. 

offizielle Internetkarte von Etecsa
offizielle Internetkarte von Etecsa

Wie erkennt man sie? Halte nach Menschen Ausschau, die leblos und stupide wie Zombies auf ihre Handys starren. Aber keine Angst. Diese Gattung Zombiemenschen sind an den Radius des Hotspots gebunden und werden schlagartig geheilt, sobald sie diesen wieder verlassen. Um sich hier ins Internet einzuwählen benötigst du eine Internetkarte. Diese gibt es eigentlich an jedem Etecsa oder Telepunto Laden. Die Kubaner stehen Schlange für diese Eintrittskarten ins Zombiehandywunderland, also bring etwas Zeit mit. 1 Stunde kostet 1,50 CUC (das ist der peso cubano convertible - die Touristenwährung. Die Umrechnung ist fast 1:1. Später dazu mehr). Oft werden die Karten auch an den Hotspots von Privatleuten auf der Straße verkauft. Dort zahlst du dann 2–3 CUC/Stunde. Ist zwar teurer, spart aber die Wartezeit, ist damit also legitim. Erwarte aber in puncto Surfgeschwindigkeit keine Wunder. Das ist der hauptsächliche Grund für die Zombiestarre an den Hotspots.


Wie, es gibt kein Internet??? Hilfe!!!


Wie kommt man als junger Mensch heutzutage denn noch ohne das world wide web klar? Die meisten wissen ja nicht einmal, wie man eine Straßenkarte liest. Glücklicherweise habe ich mir vor meiner Reise die App maps.me sowie die dazugehörigen Karten heruntergeladen. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie super-mega-ultra-geilo-fett diese App ist!!! – Und nein, ich erhalte keine Provision für diesen Satz, ich bin einfach nur begeistert von der App und will sie dir empfehlen. Die App funktioniert offline und zeigt exakt deinen Standort, deine Himmelsrichtung, Straßennamen, Restaurants, Übernachtungsmöglichkeiten, Geldautomaten, Supermärkte und vieles mehr an! Sie funktioniert wie ein normales GPS mit Navigationsansage und Distanz- und Zeitmessung je nach genutztem Verkehrsmittel (Auto, Fahrrad oder zu Fuß). So überlebt man selbst den WiFi-freien Kosmos auf Kuba. The Day after tomorrow kann kommen!

Wie zahlt man auf Kuba?


Na mit Geld! Nur mit welchem? Auf Kuba gibt es 2 Währungen – Naturalien und Abspülen statt Bezahlen mal ausgenommen. Die offiziellen Währungen sind CUC und CUP. CUC ist die Währung der Touristen (Umrechnung CUC zu Euro ist ca. 1:1) und CUP (peso cubano) ist die nationale Währung, die von den Einheimischen genutzt wird (Umrechnung CUP zu CUC ist 1:1/25). Als Tourist ist man es ja gewohnt, ein bisschen ausgenommen zu werden, aber auf Kuba nimmt man Touristen ganz offen aus. Hast du kein kubanisches Konto, erhältst du am Geldautomaten ausschließlich die Touristenwährung CUC.

 

Wechselmöglichkeiten in CUP? Entweder wechselt man in einer Wechselstube CUC zu CUP um oder man zahlt an einem einheimischen Marktstand mit CUC und bekommt als Wechselgeld wieder CUP zurück. Auf Kuba macht man auf jeden Fall ein gutes Geschäft mit dem Tourismus und vor allem mit den Touristen: Die Umrechnung wird nur ungefähr gemacht und da Kubaner von den Touristen profitieren wollen, zahlt man noch ein paar Cent drauf, wenn man es nicht passend hat.

Was kostet die welt?


Keine Ahnung! Fangen wir einfach mal mit Kuba an…

 

Als Lowbudget Backpacker kann man schon für ca. 30–40 CUC/Tag auskommen.

Übernachtung


Die günstigste Variante bietet ein casa particular. Das ist ein Gasthaus mit privaten Zimmern ab 20–35 CUC/Nacht. Es gibt auch Casas, die die Betten einzeln für ca. 10 CUC vermieten, wie in einem Hostel. Ein Casa muss eigentlich nie im Voraus gebucht werden. An den Haltestellen stehen immer genug Casabesitzer, die einem sogar die Arbeit des Erstkontakts abnehmen und direkt eine Übernachtung anbieten. Aber keine Sorge, das ist wirklich seriös, keine zweideutigen Angebote und niemand muss auf der Straße schlafen. Jeder Casabesitzer kennt wiederum jemanden in einer beliebigen Stadt deiner Wahl und könnte dich auch im Voraus weitervermitteln, wenn du darauf Wert legst. Perfektes Netzwerk!

Insgesamt sind die Casabesitzer super gastfreundlich und hilfsbereit. So saß die süße Omi in unserem Casa in Havanna immer bei uns mit am Frühstückstisch und hat sich mit uns unterhalten. Auch wenn ihr Englisch in etwa so gut war wie unser Spanisch, so war es doch sehr lustig!

Essen und trinken


Das Essen auf Kuba ist richtig gut UND richtig günstig. Wie wäre es mit einem Eis in Camagüey für 1 CUP (= 4 Cent) oder mit einer kleinen Pizza für 50 Cent an einer Straßenecke in Havanna? Nationalgerichte, wie Moros y Christianos (Reis mit schwarzen Bohnen) gibt es in Restaurants für 1,50 CUC. 

Du kannst natürlich auch mehr Geld für kulinarische Vergnügen ausgeben, aber du musst nicht an Qualität einsparen, wenn du dich für die günstige Variante entscheidest. Dazu bietet Kuba einfach zu viele Möglichkeiten. 

In Casas gibt es immer Frühstück für 5 CUC und Abendessen für 10 CUC. Frühstück im kubanischen Casa besteht aus frischem Saft (meist Mango oder Guave), Kaffe, Tee, Brot mit Butter, Marmelade und Honig, frischen Früchten mit Joghurt und Eiern mit Käse und Schinken.Ich kann verstehen, wenn du diese Zeilen mit riesigen, staunenden Augen liest. Mit genau solch riesigen Augen saß ich auch jedes Mal am Frühstückstisch: Es ist sehr reichhaltig und definitiv lecker.


Nachdem wir im Schlaraffenland gut gegessen hatten, wollten wir auch gut trinken: Für Wasser zahlt man unter 1 CUC und einen stilechten Mojito bekommt man für 2–3 CUC. Jetzt noch eine Flasche Rum und die Party kann steigen.

 

Wer an Kuba denkt, denkt auch an kubanische Zigarren: Weltberühmt und ein etabliertes Filmaccessoire. Was kostet also dieses weltberühmte Accessoire auf Kuba selbst? Für eine stilechte Cohiba zahlt man 30 US-Dollar – das hat mir ein waschechter Tabakplantagenbesitzer verraten. Das sind 30 CUC oder fast 800 CUP. Ein ganz schön stolzer Preis. Ich bin mir sicher, dass die Kubaner ihre Tricks haben, um günstiger in den Genuss des blauen Dunstes einer Cohiba zu gelangen.

 

Das hört sich alles richtig gut an, aber sei gewarnt: Diese Preise gelten nicht für Touristenhochburgen wie Trinidad. Hier zahlt man deutsche Preise.

Transfer


Öffentlicher Bus – mit gua gua für Lau

Bevor du dich wunderst: gua gua heißt der öffentliche Bus und es spricht sich richtigerweise wuah wuah aus. Die Fahrt kostet 0,20–3 CUP und ist ein Abenteuer für sich: Man findet keine Touristen in gua guas, Menschen steigen in bereits fahrende Busse ein, man bekommt kein Wechselgeld, wenn man den Fahrpreis nicht passend hat und man weiß nie genau, wo der Bus hält. Wenn du ein stabiles, deutsches Sicherheitsempfinden hast – wie ich – lässt du hier am besten maps.me live mitlaufen. So verirrst du dich möglicherweise trotzdem, gehst aber nicht völlig verloren und findest wieder zu den Anlaufpunkten deines Vertrauens zurück. Meine Freundin und ich sind in Havanna im gua gua zu weit gefahren und dann irgendwo im kubanischen ‚Ghetto‘ gelandet… JEDER männliche kubanische Ghettobewohner und Möchtegerngangster hat uns angebaggert. Ich stand noch nie so kurz davor zum Ghettobabe zu mutieren. Aber es ist alles nochmal gut gegangen und auch mit meinem stabilen, deutschen Sicherheitsempfinden kann ich sagen: Ich fühle mich zwar manchmal unwohl aber dennoch sicher auf Kubas Straßen.

Taxi Colectivos (Innerorts)

Eine Alternative zu gua guas sind die taxi colectivos. Das sind meist Mini-Busse oder Privattaxen. Innerhalb der Städte kostet eine Fahrt nicht mehr als 5 CUC. Ausnahme: Man ist als Tourist in Trinidad oder Vinales gelandet. Hier wollen die Taxifahrer 8 CUC pro Fahrt. Kleiner Trick: Mach mit dem Fahrer aus, das Taxi erst mit 4 Personen zu füllen bevor es losgeht; dann zahlst du nur noch 2 CUC für die Fahrt (pro Person, versteht sich).

Langstreckenbus

Für längere Strecken zwischen den Städten gibt es zwei große Busunternehmen: Viazul und Transtour. Die Strecke Havanna – Santiago de Cuba kostet (mit Viazul) 51 CUC und dauert ca. 16 Stunden. Transtour ist minimal teurer. Die Busse sind sehr pünktlich und zuverlässig, auch wenn sie durch keinen deutschen TÜV mehr kommen würden. Wir haben immer versucht, Nachtfahrten zu machen, um uns die Kosten für eine Übernachtung zu sparen und gleichzeitig die lange Fahrt für eine Mütze voll Schlaf zu nutzen. Die Reise ist sicher und mehr oder weniger komfortabel. Die Sitze lassen sich theoretisch sehr weit zurücklehnen und wenn der Bus nicht voll ist, geht das auch in der Praxis ganz gut. Die Klimaanlage läuft nachts auf Hochtouren, weshalb du dir für die Mütze voll Schlaf auch noch eine warme Jacke mitnehmen solltest. Und noch ein Tipp: Kauf dein Ticket früh genug, denn die Plätze sind heiß begehrt.

Taxi Colectivos (Außerorts)

Die Preise sind Verhandlungssache. Von Trinidad nach Vinales reisten wir für 35 CUC. In diese Richtung gibt es keine Direktverbindung mit dem Viazul, weshalb wir auf das Taxi ausweichen mussten. Gerüchten zufolge kann man aber auch schon für 20 CUC von Havanna nach Santiago fahren. Wenn die Gerüchte stimmen, kann man also Glück haben oder besser verhandeln lernen. Die Fahrer stehen alle rund um die Viazul Haltestellen rum und lassen sich bestimmt auf ein Schwätzchen ein. 

Zug

Die Zugverbindungen durch Kuba sind extrem günstig, da die Einheimischen sich damit fortbewegen. Kleiner Wehmutstropfen: Die Zugverbindung ist NUR FÜR EINHEIMISCHE… hieß es. Wir wollten uns auch dieses Vergnügen antun und standen schon an einem Bahnhof, um Preise und Abfahrtszeiten zu vergleichen als wir mit den Worten verscheucht wurden, dass Touristen nicht mit dem Zug fahren dürften. Wir sind drauf reingefallen. Später habe ich erfahren, dass es durchaus erlaubt ist, aber nicht gern gesehen wird. Versuch also ruhig dein Glück auf Kuba und kauf ein Zugticket. Ich nehme an, die Erfolgschance liegt bei 50%. Yay…..

Mögen Kubaner die Touristen?


Ein ganz klares und unanfechtbares Jein! Ich kann hier nur aus meiner Sicht als junge Frau schreiben und meine Erfahrungen teilen, die ich in den zwei Wochen Kuba gesammelt habe. Die Kubanerinnen begegneten mir meist entweder gleichgültig oder abwertend. Die Kubaner sahen in mir entweder einen wandernden Geldbeutel und/oder ein Visum. Wenn ich eine Frage an den weiblichen Teil der Schöpfung hatte (z.B. in einem Laden), wurde ich zunächst ignoriert und danach abgespeist (und das, trotz meines mir in ein paar Wochen natürlich perfekt angeeigneten Spanisch…). Die Männer waren da insgesamt schon wesentlich hilfsbereiter. Auf der Straße wurden wir ständig angequatscht und waren dann abends auch manchmal mit ein paar Kubanern Salsa tanzen. Es lief aber immer auf dasselbe hinaus: sie wollten, dass wir ihre Getränke zahlen und sobald ich auf meinen Ring zeigte und sagte, dass ich verheiratet sei, waren sie weg. Ich bin nicht wirklich verheiratet, aber so ein Ring wirkt Wunder in der Gefahrenabwehr unerwünschter Verehrer! Im Allgemeinen würde ich sagen, dass Kuba als allein reisender Backpacker nicht so viel Spaß macht, allein schon, weil man fast nur Pärchen begegnet.

 

Wir haben auch super nette Erfahrungen mit den (meist älteren) Kubanern gemacht, aber leider hinterlässt es einen etwas schalen Nachgeschmack, wenn man als laufende Finanzspritze betrachtet wird.

Lohnt sich Kuba?


Wenn man das finanzielle Interesse ALLER Kubaner an der eigenen Person ignorieren kann sowie das fehlende Internet, ist Kuba ein Reisetraum. Wer auf tolle, alte Autos steht, wird hier Freude haben. Wer Sonne und trockene Hitze liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Wer auf Geschichte und Gebäude der Kolonialzeit steht, bekommt hier einiges geboten. Auch wer günstig und gut Essen und Trinken möchte ist auf der Insel bestens bedient. Vom malerischen landschaftlichen Idyll (Vinales) über die Stadt inklusive Smog (Santiago de Cuba) bis hin zu traumhaften Stränden (Varadero) bietet Kuba alles, was das Herz begehrt.


Jede Reise zerstört Klischees, die man noch vor der Reise hatte – so auch Kuba bei mir: Ich dachte, die Menschen tanzen hier überall auf den Straßen und alle Kubaner können Salsa tanzen … Das war falsch. Na gut, mein Fehler. Jetzt weiß ich es besser.

Der Kommunismus hat hier deutlich seine Spuren hinterlassen und ist überall sichtbar. Supermärkte sind deutlichster Ausdruck jahrelanger Planwirtschaft. So etwas wie Auswahl an Marken und Produkten gibt es hier nicht. Man kann froh sein, dass es Basisprodukte gibt, die die Menschen ernähren und kleiden. Mehr als einmal wurde ich gefragt, ob ich nicht Klamotten oder Drogerieartikel zu Spenden hätte. Kleine Sachspenden in Form von Süßigkeiten für Kinder sind hier gern gesehen – auch von Touristen. 

 

Trotz dieser Armut ist die kubanische Lebensfreude allgegenwärtig und ich liebe es, dem Treiben der Kubaner, die einfach nur draußen auf ihrer Veranda sitzen, Domino spielen oder Zigarre rauchen zuzuschauen. Die Menschen hier sind gute Lehrer im Fach „Glück hängt nicht von Geld ab“.

 

Kleiner Tipp: Havanna ist sehr zu empfehlen! Wer Zeit hat, kann sich auch auf den Weg in den Süden nach Santiago de Cuba machen und einen Zwischenstopp in Camagüey, einem kleinen süßen Örtchen – aka Kubas viertgrößte Stadt, einlegen. Trinidad war ganz nett, allerdings hatte ich mir mehr Kolonialgeschichte erhofft. Hier hat der Tourismus Einzug gehalten: gut für die Wirtschaft, schlecht für die Kultur und gut für mich, denn die Partys auf der Touristenmeile waren lustig.

 

 

Wer genug vom Trubel hat, nimmt sich eine Auszeit in Vinales. Es ist landschaftlich einfach nur wunderschön: Berge und Tabakplantagen soweit das Auge reicht. Ein kleiner Ausritt mit dem Pferd ist wärmstens zu empfehlen! Wir fanden einen Cowboy der uns für unschlagbare 10 CUC seine Hengste und 4h seiner Zeit zur Verfügung stellte. 

Mit dem Pferd durch Vinales
Mit dem Pferd durch Vinales
View über Santiago de Cuba von El Morro aus
View über Santiago de Cuba von El Morro aus
Open air Fitnessstudio - geht mal was kaputt hilft Pappe und Tape
Open air Fitnessstudio - geht mal was kaputt hilft Pappe und Tape

Daher kommt also der Ausdruck: 'Alles nur Fassade.'
Daher kommt also der Ausdruck: 'Alles nur Fassade.'
Sonnenuntergang in Trinidad - atemberaubend!
Sonnenuntergang in Trinidad - atemberaubend!
Hier trocknet der beste Tabak der Welt, der für die berühmte Zigarre 'Cohiba' verwendet wird
Hier trocknet der beste Tabak der Welt, der für die berühmte Zigarre 'Cohiba' verwendet wird

Kubaner spielen Domino
Kubaner spielen Domino
Malecon in Havanna - tagsüber das Meer beobachten und abends begleitet von einer Privatband Salsa auf der Straße tanzen
Malecon in Havanna - tagsüber das Meer beobachten und abends begleitet von einer Privatband Salsa auf der Straße tanzen
Trinidad - eine der am besten erhaltenen Kolonialstädte der Karibik (zählt zum UNESCO Weltkulturerbe)
Trinidad - eine der am besten erhaltenen Kolonialstädte der Karibik (zählt zum UNESCO Weltkulturerbe)

 

Was hast du für Erfahrungen auf Kuba gemacht? Welches ist dein Lieblingsort? Hast du noch Fragen, die hier nicht beantwortet wurden?

Ich freue mich sehr über einen Kommentar von dir!

 

 

PS: Diesen Text habe ich mit tränenden Augen geschrieben, da ich mich vorher mit Minzöl gegen Moskitos eingeschmiert habe…. – Notiz an mich selbst: keine gute Idee.

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