Las Coloradas - The Pink Lake

Ein wahrgewordener Mädchentraum zwischen Flamingos und Alligatoren oder:                                                          6 Steps für einen gelungenen Ausflug


Als ich mich auf die Weltreise vorbereitet hatte, habe ich unzählige Stunden damit verbracht, all die besonderen Sehenswürdigkeiten meiner Reiseroute zu sammeln und zu planen. Als ich auf den Pink Lake stieß, bekam ich vor lauter Freude Schnappatmung: Ein ROSA SEE: Da muss ich hin! Da fahre ich definitiv hin! Spulen wir vor ins Hier und Jetzt nach Tulum.

Step 1: Mexikaner so lange belästigen, bis sie dir einen guten Preis machen


Wie zu allen Sehenswürdigkeiten gibt es auch zu den Pink Lakes Tourangebote. Die Touren, die ich gefunden habe, waren aber alle sehr teuer und fingen bei 150 US$ aufwärts an… Meine Reisepartnerin Natalja und ich haben uns deshalb überlegt, einfach ein Auto zu mieten und selbst die 250km von Tulum zum pinken Planschvergnügen zurückzulegen. Dummerweise ging die Idee nicht auf, da man ohne Tour gar nicht an das Wasser herankommt. Die Salzfabriken vor Ort haben Hoheitsrecht und verbieten den Zutritt zum See. MIST! Also doch die Tour. Nachdem wir alle Reisebüros mit unseren Fragen belästigt hatten, haben wir einen netten Mexikaner gefunden, der uns die Tour für 100 US$ angeboten hat. Perfekt! So ging es dann Sonntagmorgen los. Ich weiß nicht, wer von uns beiden auf die grandiose Idee kam, diese Tour sonntags zu buchen, denn das heißt ja am Samstag früh schlafen zu gehen … Na gut, dann eben nur einen Mojito.

Step 2: Eine gute Vorbereitung ist das A und O


Mein Wecker klingelte um 5 Uhr morgens und ich sprang aufgedreht aus dem Bett: Die Tour zu den Las Coloradas – den Pink Lakes stand an! Whoop Whoop …. Ich hatte mir schon alle möglichen Fotoposen und Outfits für die vielen Aufnahmen ausgedacht, die ich machen wollte, um meinen pinken Mädchenmoment festzuhalten. Doch dann kam alles anders….

Step 3: Sich nicht vom zuvor belästigten Mexikaner anlügen lassen


Nach einer vierstündigen Fahrt waren wir endlich da: Las Coloradas – The Pink Lake. Er war….. zu weit weg! Zwischen uns und dem Pink Lake war ein riesiger Graben und man sagte uns, wir dürfen nicht näher ran. Laut Guide gäbe es zwar eine Stelle auf der anderen Seeseite, aber da würden wir nicht hinfahren. Na toll…. Alles umsonst. Wir waren enttäuscht. Wir waren wirklich sehr enttäuscht und diesem netten Mexikaner hätte ich am liebsten den Sombrero verbogen. Am Graben hatten wir 30 Minuten Zeit und beschlossen, trotzdem das Beste aus dem misslungenen Ausflug zu machen: ein Highspeed Fotoshooting. Wir haben bestimmt über 500 Fotos geschossen. Drehen, links, rechts, vorne, hinten, hüpfen, sitzen, liegen, Haare auf, Haare zu, Haare fliegend, mit Klamotten, im Bikini und das ganze gleich zweimal. Schließlich wollten wir beide schöne Bilder. Selbst der Asiate in unserer Reisegruppe hat uns nur kopfschüttelnd zugeschaut. Ich bin mir nicht sicher, ob wir ihm imponiert haben oder das Ganze selbst ihm zu viel Gedrehe und Gehüpfe war.

Step 4: Immer lächeln und winken


Danach ging es weiter zu einem Boot. Damit sind wir raus aufs Wasser und den Rio Lagartos entlang bis zu einer Stelle, an der viele verschiedene Vogelkolonien leben, unter anderem auch Flamingos ….Ok, immerhin etwas Pinkfarbenes. Nehm ich! Es heißt, Flamingos sind pink, weil sie sich von den rosa Shrimps und Fischen aus dem Pink Lake ernähren und dass sie ohne diese Nahrung weißes Gefieder hätten. Da frag ich mich nur, warum die Flamingos in den weltweiten Zoos dann auch rosa sind….Hm, dem muss ich mal auf den Grund gehen.

Step 5: Meine Lieblingsbeschäftigung: schmutzig machen


Als nächstes stand ein Clay-Bad auf dem Programm. An einer anderen Stelle des Rio Lagartos konnten wir uns mit Schlamm vollschmieren. Soll wohl für ne schönere Haut sorgen oder so. Dort angekommen haben wir auf einem Hügel schon die anderen schlammbeschmierten Schmutzfinken entdeckt. Also nichts wie hoch. Oben fanden wir aber keinen Schlamm, sondern: den PINK LAKE!!! Und man konnte tatsächlich rein … Also theoretisch, wenn man die tausend Warnhinweise übersah und die Security überlistete. Wir hatten aber wieder nicht genügend Zeit um illegal zu planschen und Fotos zu machen, also haben wir uns entschieden: Fotoshooting. Na gut, vielleicht hat uns die Security doch ein wenig verunsichert und wir wollten uns ja nicht unnötig in Schwierigkeiten bringen. Wir haben dasselbe Fotoshooting noch mal wiederholt, nur dieses mal eben ohne Graben und direkt am rosa Nass! Als unser Tourguide uns mitten bei der Arbeit wieder einsammeln wollte, haben wir ihn noch gebeten, ein Foto von uns beiden zu machen. Er war so nett und hat das dann auch: Mit seinem Handy…. Ich möchte gar nicht wissen, an wen er das Foto verkauft: „Las Coloradas – Beware of the crazy germans“ findet sich als Headline bestimmt bald auf jeder Zeitung in jedem Kiosk. Ich glaube, ich finde ihn gar nicht mehr so nett.

Step 6: Fressen oder gefressen werden, das ist hier die Frage


Nach einem leckeren Lunch, bei dem wir uns ein ‚Michelada‘ (Bier mit scharfer Soße) gegönnt haben, ging es weiter zu einer Alligator Farm. Anstatt uns die schönen Tiere von weitem anzuschauen, durften wir einfach mal mit ins Gehege! Der Zutritt zu den Pink Lakes ist verboten, aber vollgefressen und beschwipst lotst man uns zu den Alligatoren ins Gehege? Erklär mir einer mal diese Logik. Es war schon ein echt mulmiges Gefühl, denn man weiß ja nie, wie die Tiere reagieren. Ich habe ein Stück Hähnchen an einem Spieß bekommen und durfte es an den Alligator aus nächster Nähe verfüttern. Ahhhhh… 

Obwohl ich mir meinen Trip zu den Las Coloradas anders vorgestellt hatte, muss ich sagen, dass sich der Trip echt gelohnt hat. Ich durfte mich zwar nicht in den Salzsee schmeißen, aber schöne Erinnerungen habe ich allemal gesammelt!

 

Welche Sehenswürdigkeit hat dich schon mal so beeindruckt, dass du einen langen Weg auf dich genommen hast, nur für den einen Moment?

Ich bin sehr gespannt auf deinen Kommentar!

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    smiling thing (Donnerstag, 14 September 2017 15:36)

    Oh mein GOTT :D
    Ich liebe es. Absolut spitzen Bilder und alles rosaaa <3
    Ich will sowas auch erleben!!

  • #2

    Tina (Freitag, 13 Oktober 2017 18:01)

    Wahnsinnig tolle Bilder �. Ist der See immer so schön pink oder ist das von der Jahreszeit abhängig? Ich muss da nämlich auch unbedingt hin.

  • #3

    Julie (Freitag, 13 Oktober 2017 18:45)

    OMG! Ich flipp aus! Ein rosaroter See!! Ich liebe rosa! Sieht so cool aus! Da muss ich unbedingt auch mal hin!!

  • #4

    Cori (Sonntag, 15 Oktober 2017 23:57)

    Hallo smiling_thing, Tina und Julie!
    Vielen lieben Dank für euer Input! Und ja, der See ist das ganze Jahr über so rosa! Ich war auch total begeistert und würde immer wieder hinfahren!