San Andrés – So zerstört Massentourismus ein Paradies

Es war einmal eine kleine karibische Insel mit weißen, weiten Sandstränden und einem Meer in sieben Blautönen. Klingt märchenhaft herrlich, nicht wahr? Das dachte ich auch und darum habe ich einen Flug nach San Andrés, Kolumbien gebucht. Diese kleine Insel liegt zwar in unmittelbarer Nähe der Corn Islands vor Nicaragua, gehört aber zu Kolumbien. In Zahlen heißt das: San Andrés liegt 770km von der kolumbianischen Küste entfernt und nur 190km vor Nicaragua. 

Von Cartagena, Kolumbien bin ich mit der Fluglinie Vivacolombia für insgesamt 70€ Roundtrip geflogen. Am Flughafen kauft man zusätzlich noch für 105.000 Pesos (30€) eine Touristenkarte für die Insel und ab geht`s in den Flieger. Nach einem kurzen und turbulenten Oh-mein-Gott-ich-glaube-ich-muss-sterben-Flug landete ich 200 Meter entfernt vom sandigen Strand auf San Andrés.

Wie ist die Insel aufgeteilt?

Bild von wikimedia
Bild von wikimedia

Die 26km² große Isla de San Andrés hat folgende Aufteilung: Im Norden verläuft die Landebahn einmal diagonal von links nach rechts. Rechts der Landebahn befindet sich die Stadt, auch El Centro genannt. Im Süden der Insel finden sich vereinzelte Hotels, Restaurants, Privathäuser und in der Mitte sind viele, viele Bäume. Im größeren Stadtkern, rechts des Flughafens, also im Osten, sind die meisten Einkaufsmöglichkeiten und Bootsanlegestellen zu den umliegenden Inseln. Links der Landebahn, also im Westen, gibt es günstige Hostels. Günstig sind sie, weil sie so weit vom Stadtkern entfernt sind – ich weiß, ich weiß, bei einer Gesamtfläche von 26km² von „weit weg“ zu sprechen scheint willkürlich, aber subjektive Ortseinschätzungen sind nun mal willkürlich. Um zu meinem Hostel zu gelangen musste ich also komplett um den gesamten Flughafen herum gehen. Achtung: wenn dein Hostel auch im Westen liegt, so lauf‘ den Weg am Wasser entlang! Der Weg entlang der Landebahn verläuft an einer großen Mauer und ist sehr unsicher. Mehrere Einheimische haben mich gebeten, bitte sofort umzukehren und mich nicht in Gefahr zu begeben. Entlang dieser Mauer sollen die schlechteren Bezirke von San Andrés liegen und dementsprechend Diebstähle und Raub öfter vorkommen. Ich persönlich habe mich davon ferngehalten, hatte keinerlei Probleme und bin noch im Besitz all meines Hab und Guts. 

Das Hostel Manaki war sehr basic. Naja, das ist vielleicht übertrieben. Zum Check-In war niemand da (weil ungewöhnliche Arbeitszeiten), es gab einen Router, aber kaum Internet (weil die Dame des Hauses gerne alles aussteckte) und für etwa 25 Leute gab es genau 2 Toiletten. Eine Toilette hatte keinen Sitz und die andere befand sich innerhalb eines Dorms (weil … ach, irgendwann gehen auch mir die Begründungen aus). Ein großer Pluspunkt geht aber an die Klimaanlage und die war bei der herrschenden Hitze mehr als Luxus.

Was muss man auf San Andrés gesehen haben?

Ich hatte nur 3 Tage auf der Insel und wollte natürlich das Meiste rausholen:

Die 4 Must-See-Empfehlungen, die ich bekommen hatte waren schön in der Theorie, schnitten in der Praxis aber meist schlecht ab. Das waren:

- El Acuario: super Schnorchel-Spot mit unendlich vielen Rochen für unvergessliche Fotos

- Rocky Cay: versteckter Strand mit einem Schiffswrack unter Wasser + ganz viele Fische und jede Menge Riffhaie

- La Piscinita: großartiger Schnorchel-Spot mit richtig, richtig vielen Fischen, die dir sogar aus der Hand fressen

- Aquanautas: in einem Jules-Verneschen Helm, dem über einen Schlauch Luft von der Oberfläche zugeführt wird, kann man auf dem Meeresboden spazieren und sich entspannt die Unterwasserwelt anschauen

 

So weit, so gut. Die Realität sah leider etwas anders aus:

 

Tipp 1: El Acuario San Andrés Islas

Man nehme etwa 1000 Menschen, mixe sie mit ca. 100qm Sand (a.k.a. Insel), hebe 2–3 Fische unter und schmecke das Ganze mit einer schlechten Organisation ab. Und fertig ist der (Alb-)Traumurlaub.

 

Und jetzt ohne Sarkasmus. Es waren gefühlte 2000 Menschen auf einer 50qm großen Insel und im Wasser habe ich mindestens 10 Fische und 2 Rochen gezählt.

 

Mir wurde gesagt, man soll früh auf die Insel, damit noch nicht so viel los ist und man die Touristenmassen umgeht. Um 9 Uhr morgens habe ich also das Boot für 20.000 Pesos (5,70€) Roundtrip genommen. Ich musste direkt angeben, wann ich wieder zurückgebracht werden möchte: 10 Uhr, 12:30 Uhr, 14 Uhr oder 16:30 Uhr. Ich entschied mich für 14 Uhr. Ich wurde gebeten eine viertel Stunde früher da zu sein, um die pünktliche Abfahrt zu garantieren. Kein Problem. Als ich mit dem Boot ankam war die Insel bereits voller Menschenkörper, die sich geräuschvoll durch das Wasser bewegten. Ich stülpte mir (wegen der Korallen) die Wasserschuhe über und los geht’s ins Aquarium zu den Menschen- äh… Fischmassen! Und wie erwartet machten sich die Fische bei diesen Menschenmassen natürlich rar. Ich war ganz begeistert, als doch auf einmal ein kleines Fischchen an mir vorbeischwamm. Der war wahrscheinlich völlig verwirrt auf der Suche nach seiner Mama.

Sicht auf El Aquario von Haynes Cay
Sicht auf El Aquario von Haynes Cay

MEIN TIPP: Die kleine Insel El Acuario ist zwar wirklich schön, aber touristisch völlig überlaufen. Daneben befindet sich aber noch eine kleine Insel: Haynes Cay. Das Wasser ist hier so seicht, dass man zu Haynes Cay gehen kann. Hab‘ ich natürlich gemacht. Hier tummeln sich viel weniger Menschen und ich beschloss einmal um die komplette Insel zu schnorcheln. Irgendwohin müssen die ganzen Fische schließlich geflohen sein, von denen überall so positiv auf Trip Advisor, Lonely Planet und vielen anderen Reiseseiten berichtet wird. Nach einer Stunde hatte ich sie umrundet. Meine Ausbeute waren 2 Rochen, 1 Kofferfisch, 1 Barrakuda, 1 Trompetenfisch und 2 sehr große Nägel mit Nylonfaden umbunden….besser als am Touristenstrand, aber immer noch eine magere Ausbeute. Zum Vergleich: Beim Schnorcheln auf Utila sieht man diese ganzen Fische (und noch viele, viele mehr) innerhalb von 5 Minuten und alle auf einem Haufen, die dich neugierig umzingeln.

 

Langsam näherte sich die Abfahrtszeit und ich ging zurück zur Anlegestelle. Zwischenzeitlich waren noch mehr Boote angekommen, die immer weitere Touristenmassen zur Insel brachten. Ich wartete und wartete. Viele Boote kamen, aber keines nahm Touristen wieder mit. Mittlerweile hatte sich eine ganze Menschenschar am Strand versammelt, die wieder zurück nach San Andres wollte und musste. Ich traf eine Familie, die seit fast 2 Stunden versuchte die Insel wieder zu verlassen. Eine weitere dreiviertel Stunde verging und nichts geschah. Das Boot, das mir zugewiesen wurde, kam schon zweimal zur Insel und brauste ohne Menschen wieder davon, um noch mehr Menschen zu holen. Das konnte nicht wahr sein! Es wurde immer überfüllter und niemand fühlte sich zuständig. Man ließ uns gnadenlos in der Sonne verbrutzeln. Irgendwann hatten wir es satt zu warten. Als das nächste Boot mit noch mehr Touristen ankam, stürmten wir, noch bevor der letzte Tourist von Bord gegangen war, das Boot und zwangen den Kapitän uns zurück zu bringen. Anfangs weigerte er sich, aber nachdem so viele Menschen auf ihren Rücktransport beharrten, hatte er keine Wahl und befreite die Insel zumindest von einer Hand voll Touristen.

Tipp 2: Rocky Cay

Man nehme einen leider nicht mehr versteckten Strand, verdoppele die Touristen von El Acuario, addiere ein halbversunkenes Schiffswrack und subtrahiere alle Fische, die einem versprochen wurden.

Ich hatte aus El Acuario gelernt und war auf die Menschenmasse eingestellt. Darum habe ich mich gleich von dieser abgeseilt und bin direkt zum versunkenen Schiffswrack raus geschnorchelt. So wurde es ein schönes Erlebnis. Das Wrack ist riesig und komplett verrostet! Es liegt ja auch schon seit 30 Jahren im Wasser. Die Einheimischen klettern auf das Wrack, um von dort aus 10 Meter ins glasklare Wasser zu springen.

 

MEIN TIPP: Rocky Cay ist wirklich sehenswert. Oder wie oft hast du schon mal ein Schiffswrack live und in Farbe gesehen?

Tipp 3: La Piscinita

Los 7 Colores
Los 7 Colores

Schwimmbad + Eintritt x unfreundliche Mitarbeiter

 

Erinnerst du dich noch? Auch das sollte ein toller Schnorchelspot sein mit Fischen, die einem aus der Hand fressen. Nach den fischarmen Gewässern von El Acuario und Rocky Cay wollte ich nicht für eine weitere Enttäuschung zahlen. Ich beschloss mir die 4.000 Pesos (1,15€) Eintritt zu sparen und bin stattdessen unweit von La Piscinita zum Strand Los 7 Colores gegangen. Ich hatte den Eindruck, da war früher mal mehr los, jetzt war aber keine Menschenseele mehr anzutreffen. Leider auch hier wieder… keine Fische. Darum gehe ich davon aus, dass es am überfüllten Piscinita, 300 Meter weiter, auch keine gibt, außer sie werden gefangen gehalten. Dafür hatte ich endlich ein bisschen Ruhe. Ich habe hier völlig entspannt den halben Tag verbracht, war schwimmen und hatte es mir auf einem Baumstamm bequem gemacht.

 

MEIN TIPP: Der Strand Los 7 Colores ist eine kleine Ruheoase. Wer bezahlt schon gerne Eintritt, um sich in einem Outdoor-Massenpool aufzuhalten?

Tipp 4: Aquanautus

Ein (fast) perfektes Erlebnis

 

Einmal im Helm auf dem Meeresboden spazieren? Da bin ich ja sowas von dabei!

Ich hatte versucht diesen Trip via Email und Telefon zu reservieren. Beides hat nicht geklappt, also musste ich persönlich hin. Aquanautus liegt auf dem West View Beach Gelände und dieser verlangt Eintritt, den man umgeht, wenn man eine Reservierung vorweisen kann. Ich wollte aber nicht zum Strand, sondern Aquanaut spielen. Nach langen Diskussionen mit den Strandangestellten hatte ich es geschafft und mir einen Platz beim nächsten Unterwasserspaziergang ergattert.

Achtung: Die Vorortreservierung ist teurer als auf der Webseite angegeben. Der Spaß kostete 95.000 Pesos (27€) und nochmal 80.000 Pesos (23,20€) für Bilder und Videos, denn die Benutzung eigener Kameras ist nicht erlaubt. Im Wasser bekommst du einen 35kg schweren Helm aufgesetzt und es geht runter. An einem Seil entlang hangelst du dich in 6m Tiefe. Hier wartet schon ein Taucher mit Fischfutter auf dich, um tolle Bilder von dir und den Fischen (endlich!!) zu machen. Er schwimmt etwas weiter weg und du kannst ihm und der Kamera nun grazil entgegenschreiten oder dich im Wasser zu ihm vorkämpfen. Für Außenstehende sieht diese Prozedur sehr lustig aus und ist man selbst unter dem Helm, hat es den unwiderstehlichen Charme eines Südseeentdeckers aus dem 19. Jahrhundert. Zum Abschluss lässt du dich unter Wasser noch mit einer Neptunstatue (oder ist es doch Poseidon?) ablichten, bevor der ganze Spaß nach nicht ganz 30 Minuten wieder vorbei ist. Kaum wieder oben und trocken wird man vom Securitydienst bestimmend Richtung Ausgang gedrängt (außer du möchtest doch noch nachträglich den Eintritt bezahlen).

 

Mein TIPP: Es ist ein richtig tolles Erlebnis, sich wie eine Figur aus Jules Vernes Romanen zu fühlen. Wenn du die Schwierigkeiten bei der Buchung und die ruppige Security nicht allzu ernst nimmst, sind es sehr gut angelegte 50€.

MEIN FAZIT: Die Karibik ist schön, keine Frage. Auf San Andrés sind es aber leider einfach zu viele Touristen! Die sensible Flora und Fauna kann bei dem Ansturm gar nicht halten, was die Reiseveranstalter versprechen. Und wenn man diese Menschenmassen sieht und erlebt, macht es einfach keinen Spaß mehr. Die San Blas Inseln oder die Corn Islands sind tausendmal schöner und paradiesischer! Und wenn du trotzdem auf die San Andrés Inseln willst, dann habe ich doch noch einen Tipp für dich: Mach ein bisschen mehr Geld locker als ich und flieg zur Insel Providencia. Das ist eine weitere kolumbianische Insel etwa 90km von San Andrés entfernt. Sie ist wesentlich weniger touristisch und damit doppelt so schön!

Weitere Dinge, die du auf San Andrés sehen könntest, sind:

-        Cueva de Morgan – 120m lange Höhle unter Wasser, in der angeblich Henry Morgan, ein walisischer Pirat im 17. Jahrhundert seinen Schatz vergraben hat. Du kannst zwar nicht rein, weil der Schatz dort ja noch verborgen liegt ;) aber der Mund der Höhle ist von außen sichtbar.

-        Cayo Bolivar – kleine Insel mit Palmen und weißen Stränden (aber wer weiß schon, wie idyllisch es dort in Wirklichkeit ist)

-        Blow Hole – ein irdisches Blasloch, a.k.a. eine Verengung am Ende einer Meereshöhle. Wenn eine Welle stark genug auf die Öffnung trifft, funktionieren die Höhlenwände wie ein Trichter und pressen das Wasser aus dem Loch in bis zu 10m Höhe. Ich habe gehört, dass dieser Ort auch sehr überlaufen sein soll mit Touristen und natürlich mit vielen Verkäufern, die diese umzingeln.

-        Big Pond – Gewässer, in dem angeblich Kaimane, Schildkröten und jede Menge Vögel vorzufinden sind. Meine Erlebnisse hier Natur und Tiere betreffend hast du ja eben gelesen… aber wer weiß, vielleicht ist es dort ja anders.

 

Die zuletzt aufgelisteten Orte kenne ich nur vom Hörensagen, also gebe ich dir das Gehörte ohne Gewähr weiter.

 

 

Warst du denn schon auf San Andrés? Hast du vielleicht andere Erfahrungen gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar!


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Kommentare: 7
  • #1

    Manaki Silence (Dienstag, 08 Mai 2018 14:58)

    Also
    1) Keine abgelegenen Straßen benutzen,
    2) nicht zum Aquario gehen,
    3) kein billiges Hostel buchen und
    4) gar nicht erst nach San Andrés fliegen.

    Got it.

  • #2

    Cori (Mittwoch, 09 Mai 2018 17:08)

    Haha, ja so kann man das zusammen fassen :p
    Aber wenn man sich dem allen bewusst ist, dann wird man zumindest nicht böse überrascht.

  • #3

    Christian L. (Mittwoch, 20 Februar 2019 20:11)

    Hi Cori,
    danke für die Infos, San Andres kannte ich bislang nicht. Muss ich aber anscheinend auf dem Kolumbien-Trip auch nicht hin, auch wenn es wirklich großartig aussieht Da fahre ich vielleicht lieber bei anderer Gelegenheit auf die San Blas Inseln in Panama.
    Und jetzt schau ich mir die anderen Artikel zu Kolumbien an.

    Noch etwas: Wie heißt denn die Schrift in Deinem Blog? Die gefällt mir gut.

    Grüße
    Christian

  • #4

    Cori (Samstag, 23 Februar 2019 01:57)

    Vielen Dank Christian. Also schön ist es da, aber wie gesagt, sehr überlaufen. Ich empfehle da entweder Providencia (neben San Andres), San Blas oder Corn Islands. Wegen der Schriftart muss ich nochmal nachschauen, schreib mir am besten eine E-Mail, dann schick ich dir das :)

  • #5

    Achim (Mittwoch, 20 März 2019 21:17)

    Wir haben San Andrès 1989 besucht. Damals wurde die Insel im Reiseteil einer Bonner Tageszeitung als „Geheimtipp“ und „Unberührt“ angepriesen. Das Internet gab es noch nicht und weitere Literatur war auch nicht zu bekommen. Als wir dann ankamen, fanden wir eine zollfreie Insel vor, die von den Kolumbianern als Einkaufsparadies geschätzt wird. Viele Modelabels, Elektronikprodukte, usw.. Freitags flogen die Festlandkolumbianer ein und shoppten das Wochende. Sonntag ging die Passagiermaschine zurück und ein Frachtflugzeug hinterher. Außerdem lag über der Insel ständig der Geruch von Moped. So viele Zweitackter waren dort unterwegs. Unser gebuchtes Hotel war von amerikanischen GIs besetzt, die den Drogenhandel verhindern sollten. Wir würden aber in einem besseren untergebracht.

    Die vorgelagerten Inseln (und Sandbänke) waren damals wenig besucht und unter Wasser war die Welt noch in Ordnung. Auf der anderen Seite der Insel gab es sogar menschenleere Strände. All Inclusive war damals ein Fremdwort und auch nicht nötig. Es gab Dutzende gute und preiswerte Lokale. Am Strand wurden die Kokusnüsse frisch von der Palme geholt und mit Rum verfeinert. Haarpflechterinnen verwandelten meine Freundin in eine Rastafari. Wir sind kreuz und quer über die Insel und haben keine einzige bedrohliche Situation erlebt.
    Wir waren 2 Wochen dort und haben uns einen Ausflug nach Providencia gegönnt. Ein wirkliches Kontrastprogramm. Gebirgig, dicht bewaldet, wenig Einwohner, noch weniger Touristen und Ruhe!
    Pickups waren als Taxis unterwegs und das Propellerflugzeug landete auf einer Buschpiste mit Holztower auf dem eine Hängematte hing. Kolibris flogen durch den Wartebereich des Flughafens. Aber unberührt und Geheimtipp war auch hier Fehlanzeige. Die Inselregierung ließ einfach nur wenige Touristen auf die Insel und wir durften auch nicht übernachten. Übernachtungsgäste waren dort noch weniger gestattet. Das soll heute anders sein.
    Meiner Freundin hat San Andrès übrigens besser gefallen. Günstig Shoppen unter karibischer Sonne ;-) und mehr Nightlive!


  • #6

    Christiane (Sonntag, 24 März 2019 12:59)

    Ich war vor 22 Jahren dort. Die Anreise war schwierig und dauerte 26 Std. Dafür war die Insel ein Traum, kaum Touristen und wenn, dann meistens Kanadier. Die Strände waren unter der Woche menschenleer. Lediglich am Wochenende wurde es etwas voller, wenn die Kolumbianer vom Festland zum Shoppen rüberkamen. Damals war San Andres Freihandelszone. Ich weiß nicht, wie das heute ist. Ich habe mir eine Kamera gekauft, zu einem Bruchteil des Preises in Europa, welche ich heute noch benutze. Auf Johnny Cay lagen tagsüber höchstens 10 Menschen in der Sonne. Wir sind mehrmals um die Insel drumherum spaziert und haben kaum eine Menschenseele getroffen. Insgesamt waren es 2 Wochen absoluter Traumurlaub. Eigentlich wollte ich nochmal hin. Deshalb bin ich beim Surfen hier gelandet. Nachdem ich diesen Bericht gelesen habe, lasse ich das lieber. Es würde mir eine traumhafte Erinnerung zerstören. Ich danke Dir für Deinen Bericht.

  • #7

    Andre (Donnerstag, 05 September 2019 15:00)

    1990/91wurde San Andres durch Sun Wing beworben als neues Traumziel "Echte Karibik". Der Unternehmer Wingers charterte Direktflüge mitLTU (Vorgänger von Air Berlin) ind flog wüchentlich 300 Urlauber dort hin. Wir gehörten zu den ersten Pauschaltouristen damals im damals teuersten Hotel.
    Alles anderen Miturlauber waren mit der Unterbringung und den landestypischen Unannehmlichkeiten überfordert und brachten Wingers mit Regressansprüchen zu Fall.
    Wir haben die Insel als absolutesTraumziel in Erinnerung behalten, unsere Tochter wurde 1991 geboren
    (Urlaubsmitbringsel), waren noch zweimal dort, um auch unserer Tochter dieses Traumziel zu zeigen.
    Wir haben dort viele Kontakte geknüpft und haben nie den Kontakt verloren, aber seit etwa Ende der 90er Jahre ging es mit San Andres langsam bergab. Die Gründe sind hier im Forum ja bereits erwähnt worden. Durch die beraus schwierige Anreise seitdem haben wir uns in der Karibik umorientiert und andere Ziele gefunden.