Tatacoa Wüste – Ein Meer aus nacktem Fels

Mitten in Kolumbien liegt, etwa auf Äquatorhöhe, eine riesige Wüste: die Desierto de la Tatacoa. Karge, rote und graue Felsformationen schlängeln sich durch 330km². Kakteen sprießen wild aus den Felsen und wachsen der brennenden Sonne entgegen. Eine Landschaft wie auf dem Mars …. nur mit Kakteen, blauem Himmel und Menschen ohne Weltraumanzug.

Ich will dahin! Ich will die volle Wüstenerfahrung!

Von Bogota, Kolumbien geht’s mit dem Bus Richtung Neiva und von dort aus weiter in die Wüste. Bei busbud findest du den Busfahrplan zur Wüste. Viele, die eine Wüstentour planen, übernachten in Villavieja, einem Ort 7km vor Tatacoa. Wenn man aber schon mal in der Wüste ist, dann nimmt man doch die volle Wüstenladung mit. Ich habe mir also einen Schlafplatz im Hostel Noches de Saturno, mitten in der Tatacoa Wüste gebucht und kann es euch nur empfehlen: Es kostet 5.000 Pesos (1,45€) pro Tag für eine Hängematte – das ist selbst für einen Schwaben echt in Ordnung – und es hat einen Pool – und das ist in einer Wüste gar nicht mal so verkehrt.

Jetzt, da ich da bin, kann mich nichts mehr aufhalten. Die rote Wüste liegt direkt vor der Tür, also RAUS INS NICHTS!

Ein kilometerlanger Canyon aus roter Erde, Furchen und versandeten Flächen. Verschiedenste Kakteenarten recken sich nach oben und bilden eine herrliche Verbindung zwischen blauem Himmel und roter Erde. Es ist atemberaubend schön.

Die Tatacoa Wüste war einst ein tropischer Trockenwald, und sie war vollständig grün und bewachsen mit einer enormen Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Steht man heute zwischen den Felsen, ist es nur mit unendlich viel Phantasie möglich, sich den einst paradiesischen Regenwald vorzustellen. Das Gebiet liegt zwischen zwei Gebirgszügen in einem sogenannten „Regenschatten“. Einfacher ausgedrückt: Selbst in der Regenzeit regnet es je auf der anderen Seite der Gebirgszüge, aber eben kaum in der Wüste. Und durch die hohe Durchschnittstemperatur verdunsten auch noch die letzten Regentropfen.

Wie kannst du die Wüste erkunden?

1.)   Auf eigene Faust und mit dem Fahrrad

2.)   Auf eigene Faust und mit dem TukTuk

3.)   Mit einer Tour

 

Der Trekk in der roten Wüste ist gut sichtbar abgesteckt und du brauchst für die rote Wüste keinen Guide. Die Wüste besteht neben dem roten Canyon aber auch aus grauen Löchern, Los Hoyos genannt. Das nächste Mal fahre ich mit dem Fahrrad zu den grauen Löchern, denn dieses Mal hatte ich mich für die Tour entschieden….leider.

Die Tour kostet 40.000 Pesos (11,60€) und du fährst zuerst die rote Wüste ab und danach die graue. In der grauen Wüste hält man an einem Aussichtspunkt, dem sogenannten Ventana, dem „Fenster“. Hier sind verschiedene Felsformationen zu sehen, die Tieren oder Gegenständen ähneln sollen. Von hier fährt man weiter zu einem Parkplatz und bekommt die Möglichkeit durch die graue Wüste zu wandern. Es gibt keine abgesteckten Wege, aber man könnte die Landschaft dennoch selbst erkunden. Die Tour endet an einem öffentlichen Schwimmbad mitten in der Wüste! Also der Pool am Hostel ist schon ziemlich geil, aber wer genau auf die Idee kam mitten in der Wüste ein Schwimmbad zu bauen und vor allem warum, wird mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Unsere Gruppe hat sich geschlossen geweigert das Schwimmbad zu betreten. Für meinen Geschmack ist es eine Frechheit an der Schönheit und Einmaligkeit der Wüste Raubbau durch touristischen Kommerz in Form eines Schwimmbades zu betreiben. Das Schwimmbad kostet 5.000 (1,45€) Pesos zusätzlichen Eintritt.

 

Daher mein Tipp an jeden Naturliebhaber und Auf-Eigene-Faust-Entdecker: Hol dir lieber ein Fahrrad oder miete mit bis zu 3 Leuten ein Tuk Tuk, das kostet je nach Verhandlungsgeschick 20.000 – 40.000 Pesos (5,80€ – 11,60€).

Das Planetarium

Abends, von 19–21 Uhr kannst du dir die Sterne ansehen. Im Planetarium kann man beim Vortrag für 10.000 Pesos (2,90€) so einiges über Sternenkonstellationen und das Universum lernen. Leider kam ich nicht in den Genuss, denn als ich gerade in der Wüste war, war es bewölkt und hat geregnet – das passiert etwa 10 Mal im Jahr. Und jap! Ich war dabei! Gut für die Wüste – schlecht fürs Sternezählen ;)

Dennoch: ein Trip in die Tatacoa Wüste lohnt sich allemal. Im Grunde reicht ein Tag, um alle Besonderheiten der Wüste zu sehen und man braucht wirklich keine Tour, die im Schwimmbad endet. Es ist viel schöner diese besondere Landschaft alleine oder in einer kleinen Gruppe zu erforschen. Denn eine Wüste ist KEIN Nichts – auch wenn es mein Wortspiel weiter oben behauptet. Eine Wüste macht auf mich immer den Eindruck, als würde die Natur selbst immer wieder ein „Entrümpel dein Leben-Event“ veranstalten. Eine Wüste ist immer pur und klar. Sie entbehrt jeder sinnlichen Fülle, die uns manchmal überfordert. Eine Wüste reduziert sich auf etwas ganz Wesentliches und Einfaches. Und genau das bewirkt eine Wüstenerfahrung auch in uns: Wir reduzieren uns auf das Wesentliche und Pure in uns Selbst!


Das könnte auch für dich interessant sein...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0